Pane carasau: 3.000 Jahre sardische Backtradition

Pane carasau: 3.000 Jahre sardische Backtradition

Die klassische Variante des Pane carausau wird im Ofen leicht geröstet und mit Olivenöl beträufelt.

Pane carasau – das Knäckebrot Sardiniens? Na, das wäre doch arg simpel.

Aber tatsächlich gibt es einige Gemeinsamkeiten zwischen den schwedischen Knusperscheiben und dem sardischen Hirtenbrot: Beide Sorten sind dünn, knusprig und wurden in früheren Zeiten vor allem aufgrund ihrer langen Haltbarkeit geschätzt. In Schweden brachte das Knäcke die Menschen durch die langen, harten Winter, auf Sardinien packten die Schafhirten das Pane carasau ein, wenn sie mit ihren Herden wochenlang durch das Gennargentu-Gebirge streiften.

Forscher gehen davon aus, dass es Urformen des Pane carasau bereits in der Bronzezeit gab, also während der Blüte der Nuraghenkultur auf Sardinien. Auch Seeleute und Fischer hatten das Brot stets als Proviant für lange Überfahrten dabei. Weil es so hauchdünn gebacken ist, wird Pane carasau im übrigen Italien auch als „Carta di musica“ (Notenblatt) bezeichnet.

Die Herstellung von Pane carasau

Pane carasau zu backen, ist ein aufwendiger Prozess. Die Zutaten sind Hartweizenmehl, Hefe, Wasser und Salz. Zunächst wird die Hefe in warmem Wasser aufgelöst, mit dem Hartweizenmehl vermengt und anschließend geknetet. Dieser Teig wird dann ausgewalzt und erneut geknetet – mehrmals. Danach lagert der Teig an einem dunklen Ort, damit er gärt. Ist er aufgegangen, wird er wieder ausgerollt und in runde Scheiben geschnitten. Diese Scheiben müssen dann zweimal gebacken werden – bis das hauchdünne, knusprige Pane carasau den gewünschten Bräunungsgrad erreicht hat.

Pane carasau auf dem Tisch

In der Küche erweist sich das sardische Hirtenbrot als äußerst vielseitig: Sie können es zu Antipasti oder auch zu Hauptgerichten reichen. Kurzes Eintauchen in Wasser weicht das Pane carasau etwas auf, dann lassen sich Käse oder Wurst darin einrollen.

Einige schmackhafte Varianten kann das Pane carasau ebenfalls vorweisen: Die bekannteste Abwandlung ist das Pane guttiau, das mit ein paar Tropfen Öl beträufelt und im Ofen leicht angeröstet wird. Ein typisch sardisches Gericht ist auch Pane frattau: Dafür tauchen Sie Pane carasau in kochendes Salzwasser (oder eine Bouillon) und richten es dann wie eine Lasagne an. Abwechselnd kommen zwischen die einzelnen Brotschichten Zutaten wie Tomatenpüree, Wurst und Pecorino-Käse. Auf die letzte Schicht Brot lassen Sie schließlich ein pochiertes Ei gleiten.

Klingt köstlich? Ist es auch! In unseren Andronaco-Filialen finden Sie immer ein Sortiment an Pane carasau – probieren Sie diese altehrwürdige Spezialität aus Sardinien!

Bild: Fotolia, 92554291, Alessio Orrù

Vom 07.05.2018  |  Kategorie: